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Tanzrausch statt Vollrausch

Berauschen geht auch ohne Alkohol

Eine "riesen Stimmung" mit Hip-Hop und Musik in der Sinsheimer Elsenzhalle

Von Christiane Barth

Sinsheim. Hip-Hop statt Saufen, Musik statt Hochprozentiges, eine "riesen Stimmung" und zum neunten Mal "Tanzrausch statt Vollrausch", veranstaltet vom Tanzcentrum Stegmaier in Kooperation mit dem Sinsheimer Netzwerk zur Suchtvorbeugung, das sich jeden Monat im Jugendhaus trifft. 125 Jugendliche aus dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis und darüber hinaus zeigten in der Elsenzhalle, dass Tanzen regelrecht high machen kann.

Auch Teilnehmer aus Mannheim rockten über die Bühne. Dabei waren unter anderem der TSC Rot Gold, der TSC Sunnisheim, Tänzer aus Gemmingen oder Hoffenheim: "Wir wollten die Kinder einfach mal auf einer anderen Ebene abholen", so Anna Stegmaier, die mit ihrer Mutter Gabi Stegmaier das Tanzcentrum leitet und den Wettbewerb moderierte.

"Es geht hier aber auch um Suchtprävention", erklärte Stefan Schubert, Gründer des Netzwerks. Er hält die Veranstaltung für eine "ganz tolle Sache". Die Präventionsabteilung der Polizei, die in der Regel die Veranstaltung ebenfalls mitbegleitet, hatte dieses Jahr aufgrund ihres Einsatzes beim Fußballspiel der TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund keine Ressourcen frei. Auch das Blaue Kreuz der Diakonie Heidelberg war wegen eines Krankheitsfalls dieses Jahr nicht vertreten.

Eine "strenge" Jury, bestehend aus Stefan Schubert, zwei Tänzern aus Eppingen (Daniel da Silva Oliveira und Dennis da Costa Oliveira) sowie einer Tanzlehrerin aus München (Kerstin Schöner), urteilte und staunte. "Unglaublich, was die jungen Leute heute geboten haben", so Stefan Schubert. Unterteilt wurde in drei Kategorien und drei Altersklassen. Jeder Teilnehmer erhielt eine Urkunde. "Es ist wichtig, dass alle ihre Wertschätzung bekommen", erklärt Anna Stegmaier.

Außer dem Spaßfaktor soll die Veranstaltung zeigen: Berauschen geht auch ohne Alkohol und Drogen. Mit Erfolg? "Auf jeden Fall", versichert Stefan Schubert. Hingewiesen wurde auch auf die Gelbe Karten-Aktion des Jugendamtes, das die Eltern anschreibt, wenn Jugendliche aufgrund von Drogen oder Alkohol auffällig werden. "Damit wird die Hand darauf gehalten, dass sich die jungen Leute ordentlich benehmen." Und Anna Stegmaier ergänzt: "Wir wollen hier nicht partout Abstinenz predigen, sondern die Jugendlichen dazu sensibilisieren, ihre Grenzen zu erkennen."

Ein Freundschaftswettstreit also, bei dem der Konkurrenzgedanke in den Hintergrund tritt und sich die Jugendlichen gegenseitig anfeuern, wo Begeisterung ganz ohne künstliche Berauschung entsteht. Die bizarren Stilrichtungen des Hip-Hop, "Video-Clip-Dancing" und die akrobatischen Künste eines Tanzens, das vor allem der jungen Generation zugesprochen wird, war eine kunstvolle Nische, die am Rande des Fohlenmarktgeschehens Zuschauer und Teilnehmer zu Begeisterungsrufen hinriss, die bis in die alla hopp!-Anlage zu hören waren.

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